07 Jan 2026
Louisville zählt seit Jahren zu den kulturell vielseitigsten Städten im Süden der USA – und setzt auch 2026 neue Akzente. Pünktlich zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit wächst die renommierte Museumslandschaft der Stadt. Neue barrierefreie Erlebnisorte und Attraktionen für Familien kommen hinzu. Zudem stehen 2026 gleich zwei besondere Jubiläen im Fokus: Das legendäre Hot Brown Sandwich feiert seinen 100. Geburtstag, und mit Muhammad Ali würdigt Louisville einen ihrer berühmtesten Söhne.
Die Stadt am Ohio River ist für ihre vielfältige Museumsszene bekannt. 2026 wird Louisvilles sogenannte Museum Row, der Bereich in der Stadt, in dem die meisten Museen angesiedelt sind, um eine weitere Attraktion reicher: das Sons of the American Revolution Education Center and Museum, das Ende des Sommers 2026 eröffnet werden soll. Es entsteht anlässlich des 250. Jubiläums der USA.
Das 30 Millionen US-Dollar teure Bildungszentrum und Museum der Sons of the American Revolution (SAR) wird immersive Galerien bieten, die Besucher durch die gesamte amerikanische Revolution führen und dabei wichtige Persönlichkeiten und Wendepunkte bei der Gründung der Nation beleuchten. Es soll neben der genealogischen Bibliothek der SAR entstehen, die mehr als 50.000 Materialien umfasst.
SAR ist eine amerikanische, überparteiliche Organisation, die sich der Bewahrung und Vermittlung der Geschichte der Amerikanischen Revolution widmet. Mitglied werden können Männer, die ihre direkte Abstammung von Personen nachweisen, die aktiv an der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten beteiligt waren. Die Organisation hat seit 1988 ihren Hauptsitz an der Main Street in Louisville.
Dot Experience: eines der barrierefreisten Museen der Welt
Im nahe gelegenen Stadtteil Clifton eröffnet im Herbst 2026 die Dot Experience, ein Erlebnisort, dessen Mission es ist, die Sichtweise auf Blindheit zu verändern, und Menschen zu ermutigen, sich auf ihre eigene Weise dafür einzusetzen, die Welt für alle lebenswerter zu machen. Die 22 Millionen US-Dollar teure Erweiterung des American Printing House for the Blind (APH) soll zu einem der barrierefreiesten Museen der Welt werden.
Es umfasst taktile, akustische und braillereiche Exponate – dazu gehören das weltweit größte Archiv der taubblinden US-amerikanischen Schriftstellerin Helen Keller, ein Klavier, das einst von Musiker Stevie Wonder gespielt wurde, und eines von nur noch sechs erhaltenen Exemplaren des Manuskripts von Blindenschrifterfinder Louis Braille aus dem Jahr 1829. Besucher können auch die Fabrik der APH besichtigen, den weltweit größten Braille-Drucker, der 1858 in Louisville gegründet wurde.
Garten von Speed Art Museum wird zum Kunstwerk
Bereits im späten 2025 hat das Speed Art Museum, das älteste und größte Kunstmuseum Kentuckys, seinen neugestalteten Außenbereich vorgestellt. Für rund 22 Millionen US-Dollar wurden im Speed Art Park 13 großformatige, zeitgenössische Skulpturen von internationalem Rang installiert und 150 neue Bäume auf rund 1,2 Hektar gepflanzt. Die Bäume, zu denen mehrere Eichenarten, Kentucky-Kaffeebäume, Amberbäume, Felsenbirnen und andere einheimische Arten gehören, sollen auch die städtische Biodiversität fördern.
Neue Attraktionen für Familien
Kentucky Kingdom, der größte Freizeitpark des Bundesstaates, wird im Frühjahr 2026 eine 25 Millionen US-Dollar teure Renovierung abschließen. Dann eröffnet auch The Flying Fox, die erste neue Achterbahn des Parks seit 2019. Die familienfreundliche Hängeachterbahn mit einer maximalen Höhe von etwa 20 Metern erreicht Geschwindigkeiten von bis zu rund 64 Kilometern pro Stunde.
Der Familienspaß geht weiter mit dem geplanten AHOY Children's Museum, einem vier Millionen US-Dollar teuren Projekt, bei dem ein viktorianisches Herrenhaus in eine fantasievolle, zweistöckige Welt mit Innen- und Außenspielbereichen verwandelt wird. Auch dieses Haus soll 2026 eröffnen.
100 Jahre Hot Brown Sandwich
Im Herbst feiert das legendäre Sandwich der Stadt – das Hot Brown – sein 100-jähriges Jubiläum. Im Oktober ist dem berühmten Sandwich, das traditionell mit geröstetem Truthahn, Speck, Tomatenscheiben belegt und dann mit einer cremigen Mornay-Soße goldbraun überbacken wird, gleich eine ganze Festwoche gewidmet: die Hot Brown Week. Im historischen Brown Hotel, wo das Sandwich 1926 erfunden wurde, haben Stadtbesucher die Chance, das Hot Brown ganzjährig zu probieren. Im Anschluss daran könnten sie sich einen Bourbon in der Whiskey Row schmecken lassen – zum Beispiel im Chicken Cock, im Purist Spirits oder dem WhistlePig, die seit Ende 2025 die boomende Bourbon-Szene Louisville ergänzen.
Zehnter Todestag von Boxlegende Muhammad Ali
2026 jährt sich auch zum zehnten Mal der Todestag eines der berühmtesten Söhne der Stadt: Muhammad Ali. In Louisville haben Reisende an verschiedenen Orten die Chance, auf seinen Spuren zu wandeln. Sie können zum Beispiel das Elternhaus des weltbekannten Boxers an der Grand Avenue im Stadtteil Parkland besuchen, aber auch sein Trainingsstudio und seine letzte Ruhestätte auf dem Cave Hill Cemetery. Besonders eindrucksvoll ist das Muhammad Ali Center, das den Werdegang, die Werte und das weltweite Erbe der Boxlegende beleuchtet. Die United States Postal Services werden Ali 2026 mit einer Gedenkbriefmarke ehren, auf der der Name und das Bild des Champions zu sehen sind.